Akupunktur

 

Die Akupunkturtherapie stellt eine der ältesten Behandlungsmethoden dar. Durch Einstiche mit Nadeln an definierten Punkten, entweder nur am Ohr oder am ganzen Körper, können Beschwerden gelindert oder Krankheiten behandelt werden. Die Akupunkturpunkte liegen auf bestimmten Linien, sog. Meridianen, die den gesamten Körper überziehen. In diesen Meridianen kreist nach alter chinesischer Auffassung die sog. Lebensenergie in ihren Anteilen Ying und Yang. Durch ein Ungleichgewicht dieser beiden Anteile können Krankheiten entstehen bzw. chronisch werden.

Die Akupunkturtherapie hat das Ziel, dieses Gleichgewicht der Lebensenergie im Organismus wieder herzustellen.

  • Bei den folgenden Erkrankungen kann die Akupunkturtherapie erfolgreich eingesetzt werden:
    • Chronische Kopfschmerzen, z.B. Spannungskopfschmerzen und Migräne
    • Chronische Wirbelsäulenbeschwerden
    • Beschwerden im Schulter- und Schulter-Arm-Bereich sowie im Bereich des Ellenbogens
    • Beschwerden der Hüfte, der Knie und der Füße
    • Chronische Nebenhöhlenentzündung
    • Allergien
    • Allgemeine Abwehrschwäche
    • Schlafstörungen und Erschöpfungszustände
    • Raucherentwöhnung
  • Zur Durchführung der Akupunktur:
    Bei der Akupunktur am Ohr oder am Körper werden üblicherweise sehr dünne Nadeln aus Gold, Silber oder Stahl verwendet, die ca. 20 min am Ohr oder am Körper verbleiben. Um absolute Sterilität zu gewährleisten und übertragbare Krankheiten zu vermeiden, werden ausschließlich Einmalnadeln verwendet.

    Bei chronischen Leiden werden im Allgemeinen ein bis zwei Behandlungen pro Woche durchgeführt, insgesamt ca. 10 - 15 Sitzungen, um ein zufriedenstellendes oder gutes Ergebnis zu erzielen. In manchen Fällen, z.B. bei der Raucherakupunktur, kommen Dauernadeln aus Stahl zum Einsatz.
  • Naturheilkunde
    Diagnose
    Die Beobachtung von Zeichen
    Der Gärtner zerkrümelt die Erde zwischen den Fingern. Auf der Grundlage seiner Beobachtungen schätzt er ein, was der Garten braucht. Wenn die Pflanzen voll und üppig aussehen, darf er annehmen, dass die Bedingungen für das Wachstum günstig sind. Sind die Blätter gelb und schlaff, so kann das für ihn ein Zeichen sein, dass der Boden zu feucht ist und die Wurzeln deshalb nicht atmen können. Er kann den Boden aufhacken und lüften und für eine bessere Drainage sorgen. Sind die Blätter vergilbt, dürr und zusammengerollt, weiß der Gärtner, dass er häufiger gießen muss. Wenn die Pflanzen zwar wachsen, aber keine Früchte hervorbringen, dann sind mehr Nährstoffe verbraucht als zugeführt wurden, und der Gärtner reichert den Boden mit Kompost an.

    Der Heilpraktiker beobachtet den Patienten wie ein Gärtner und nimmt die Zeichen und Symptome wahr, die auf das vorliegende Problem schließen lassen. Indem er alle Eindrücke zu einem Gesamtbild zusammenführt, kommt er zu einer Diagnose.

    In der chinesischen Medizin geht es auch um das Gleichgewicht von Hitze und Kälte, Feuchtigkeit und Trockenheit sowie das Übermaß oder den Mangel einer dieser Bedingungen.

    Als Beispiel:
    ein der Kälte ausgesetzter Mensch zittert vor Kälte, wird lethargisch, benommen und reagiert nicht mehr richtig.
    Kälte wird mit den Zeichen und Symptomen einer verringerten metabolischen Aktivität in Verbindung gebracht;
    niedergedrückte mentale Funktionen,
    verzögerter Kreislauf,
    Schwäche und Unwohlsein.

    Es ist daher sehr wichtig, den Menschen als Ganzes zu sehen. Wie ist sein Erscheinungsbild, friert er oder schwitzt er im Übermaß. Wie fit ist er im Tagesgeschehen (Arbeit und Familie).
    Sind oft Kopfschmerzen vorhanden oder Blähungen? Wie ist die Monatsblutung? Dunkel, eher klumpig, mit Bauchschmerzen einhergehend, Depressionen, schlechte Laune?

    Weitere Diagnosemöglichkeiten
    Zunge:

    ist die Zunge geschwollen, hat sie Zahneindrücke? Wie sieht der Belag aus?

    Puls:
    Im Pulsbild können auch die Faktoren wie Hitze, Kälte etc. erkannt werden und hierbei besonders, welches Organ hierdurch in seiner Tätigkeit gestört wird.
  • Beispiele
    Schwangerschaft und Geburt
    Während einer Schwangerschaft konzentriert sich das Blut im Chong-Meridian und gewährleistet so, dass der Fetus in der Gebärmutter gleichmäßig ernährt wird. Im übrigen Körper herrscht gleichzeitig ein relativer Yin-Mangel vor, so dass schwangere Frauen zu einer Leere-Hitze-Symptomatik tendieren.

    Am Anfang der Schwangerschaft ist der Embryo noch sehr klein und verbraucht nicht viel Blut aus dem Chong-Mai. Der Körper hat sich jedoch noch nicht daran gewöhnt, dass die regelmäßige Entleerung (Monatsblutung) ausbleibt; folglich steigt das Qi im Chong-Meridian nach oben. Wegen der engen Verbindung mit dem Magen löst das bei schwangeren Frauen oft Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen aus.

    Stillen
    Magen-Meridian sowie der Leber-Meridian verlaufen durch die Brust. Daher die große Bedeutung des Magens für die Milchproduktion und die Wichtigkeit der Leber für den freien Milchfluss (Brustentzündungen durch Milchstau).

    Zyklusstörungen

    Verspätete Blutung
    Chronische Krankheiten, schwache Konstitution, mehrere Geburten, langes Stillen oder chronischer Blutverlust; auch zuviel Stress und starke psychische Belastungen schädigen die Milz, so dass zu wenig Blut produziert wird, was zu einer verspäteten Blutung führt.

    Unregelmäßige Menstruation
    Anhaltend gedrückte Stimmung oder übermäßige Wut können das Leber-Qi beeinträchtigen und hierdurch zu einer unregelmäßigen Blutung führen. Raucherentwöhnung

    Nicht nur bei Kinderwunsch!
    Viele Menschen haben Schwierigkeiten sich aus ihrer Nikotinabhängigkeit zu befreien, besonders wenn dieser Entschluss plötzlich, also z.B. kurz vor oder in der Schwangerschaft gefällt werden muss. Eine Akupunkturbehandlung kann helfen, die unangenehmen Symptome beim Nikotinentzug zu mildern. Allerdings ist gegenüber dem Raucher/der Raucherin zu betonen, dass die Akupunktur kein Wundermittel ist, sondern dass ihre persönliche Willenskraft die entscheidende Rolle spielt.

    Blasenentleerungsstörungen Harnverhalt, Restharnbildung, drückende Schmerzen im Unterbauch, das Gefühl, nicht genügend Kraft zum Pressen zu haben

    Begleitend hierzu können auftreten:
    ständige Müdigkeit ohne Erholung, blasses Gesicht, leise Stimme, Unruhe, ständiges Kältegefühl, Schwäche im Rücken und in den Knien