Verhütung (Familienplanung)

Verhütung für eine planbare Zukunft.

Die Empfängnis-Verhütung dient zum Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Zu beachten sind hierbei einige wichtige Faktoren, die Ihre Lebensumstände betreffen. Wechseln Sie Ihren Partner und möchten noch keine Kinder, eignet sich das Kondom als Verhütungsmittel. Dies schließt nicht nur eine ungewollte Schwangerschaft aus, sondern schützt zeitgleich vor Krankheiten im Intimbereich. Haben Sie Ihre Familienplanung bereits mit einem oder mehreren Kindern abgeschlossen, können Sie eine Sterilisation in Betracht ziehen. Dies sollten Sie jedoch vorher gut überlegen, denn eine Umkehrung ist nicht möglich. Neben dem Aspekt der ungewollten Schwangerschaft es noch weitere Faktoren, die Sie bei der Verhütung beachten sollten. Als Raucherin kommen für Sie zum Beispiel Verhütungsmethoden wie die Pille und das Hormonpflaster nicht in Frage. Denn aufgrund der Hormonabgabe der Verhütungspräparate besteht für Raucherinnen ein erhöhtes Thrombose-Risiko. Auch Ihr Beruf spielt eine wichtige Rolle bei der Empfängnisverhütung. Arbeiten Sie im Schichtdienst oder sind viel auf Reisen, beispielsweise als Flugbegleiterin, ist für Sie die NFP-Methode (Natürliche Familienplanungen mit Temperaturmessung) zu Verhütung nicht geeignet, da Ihr Bio-Rhythmus nicht immer gleich ist.

Vereinbaren Sie mit uns einen unverbindlichen Termin und wir beraten Sie ausführlich über alle für Sie in Betracht kommenden Formen derVerhütung mit Aufklärung der Nebenwirkungen.

 

 

  • Kondom
    Wirkungsart
    mechanisch

    Vorteile
    Wirksamer Schutz gegen sexuell übertragbaren Krankheiten, kann sofort und nur bei Bedarf angewendet werden. 

    Nachteile
    Korrekte Anwendung ist zwingend. Kondome können reißen. Zusätzliche Cremes oder Öle beeinträchtigen die Sicherheit. Material kann Allergien auslösen. Kann als störend empfunden werden.
  • Diaphragma
    Wirkungsart
    mechanisch/chemisch

    Vorteile
    Mit -spermiziden Cremes oder Gels relativ sicher, keine hormonelle Belastung

    Nachteile
    Anpassung durch den Gynäkologen notwendig. Bei mehrmaligem Verkehr erneut Gel einführen, Entfernung frühestens 6-8 Stunden nach dem Verkehr.
  • Scheidenzäpfchen, Schäume, Schwämmchen, Vaginaltabletten
    Wirkungsart
    chemisch

    Vorteile
    Keine dauerhafte chemische oder hormonelle Belastung, nur bei Bedarf einsetzbar. Eignet sich zum Teil als Zusatz zu Kondomen 

    Nachteile
    Alle diese Zusätze müssen mind. 10 Minuten vor Eindringen des Penis in die Scheide eingeführt werden. Die Wirkung hält nur 1 Stunde an.
  • Die Pille – Hormonelle Kontrazeptiva
    Diese Verhütungsmittel enthalten synthetische Sexualhormone, die in ihrer Wirkung den körpereigenen Östrogenen und Gestagenen ähnlich sind. Entweder werden Kombinationen der beiden Hormone oder Einzelpräparate (nur Gestagen = Minipille) verwendet. 

    Wirkungsart
    • Kombinationspräparat: Verhindert den Eisprung (Ovulationshemmung)
    • Hemmt die Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut und verhindert damit die Einnistung des Eis.

    Vorteile/Zuverlässigkeit
    Die Zuverlässigkeit ist bei der exakten Einnahme sehr hoch Kombipräparate helfen einen unregelmäßigen Zyklus zu regulieren und schmerzhafte, starke Blutungen zu lindern. Gestagen-Pillen eignen sich für Frauen, die kein Östrogen vertragen.
  • Hormonspirale
    Wirkungsart
    Die Spirale gibt täglich geringe Mengen des Gelbkörperhormons Levonorgestrel ab. Dadurch verdickt sich der Schleim und bildet einen Schleimpfropfen vor dem Gebärmutterhals, welchen die Spermien nicht durchdringen können. 

    Außerdem wird der monatliche Aufbau der Gebärmutterschleimhaut stark vermindert, dadurch kann sich das Ei schlecht einnisten. 

    Zuverlässigkeit
    Sehr hohe Zuverlässigkeit (5 Jahren). 

    Vorteile
    Die Frau muss nicht mehr an die Verhütung denken. Nach anfänglichen Zwischenblutungen wird die Monatsblutung eher schwächer und verkürzt. 

    Nachteile/Risiken
    Vor allem in den ersten paar Monaten kann es zu Zwischenblutungen kommen. Die Lage der Spirale muss alle 3-6 Monate mit Ultraschall kontrolliert werden. Spiralen haben den Nachteil, dass sie ausgestoßen werden können.
  • Die Drei-Monatsspritze
    Wirkungsart
    Die Drei-Monats-Spritze (auch Depot-Spritze) ist ein Gestagenpräparat, das wie die Mini-Pille die Reifung des Eies unterdrückt. 

    Vorteile/Zuverlässigkeit
    Die Frau muss nur alle drei Monate an die Verhütung denken. Die Sicherheit ist optimal. 

    Nachteile/Risiken
    Es kann zu Schmier- und Zwischenblutungen kommen. Häufig sind auch: Kopfschmerzen, Nervosität, Schwindel, Depressionen, Aknebildung. Vorübergehend ist mit Übelkeit und stärkerer Gewichtszunahme zu rechnen. Auf Grund der hohen Hormonmenge wird die Drei-Monatsspritze von vielen Frauen schlecht vertragen.

    Ein weiterer negativer Punkt ist, dass die Fruchtbarkeit nach Absetzen der Hormonspritzen für längere Zeit, manchmal bis zu einem Jahr, nicht wieder hergestellt ist. Für eine vorübergehende Verhütung ist die Drei-Monatsspritze demnach nicht geeignet.
  • Hormonimplantat (Hormonstäbchen)
    Bei dem Hormonstäbchen handelt es sich um ein ca. streichholzgrosses, biegsames und gut verträgliches Stäbchen aus Kunststoff. Es enthält das Hormon Gestagen.

    Der Gynäkologe pflanzt das Stäbchen in die Unterhaut an der Innenseite des Oberarmes ein. Danach setzt die Verhütung sofort ein: täglich gibt das Stäbchen geringe Dosen des Hormons frei.

    Wirkungsart
    Das freigesetzte Gestagen wirkt ähnlich wie die Pille: es hemmt den Eisprung und reduziert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Die Monatsblutung kann wie bei der Pille regelmäßig bleiben oder schwächer und kürzer werden. Innerhalb weniger Wochen nach Entfernung des Hormonimplantat ist die Empfängnisfähigkeit wieder hergestellt. 

    Sicherheit/Zuverlässigkeit
    Studien haben gezeigt, dass Implanon ein sehr sicheres Verhütungsmittel ist. 

    Vorteile
    Das Stäbchen eignet sich für Frauen, die: 
    • eine zuverlässige Verhütung über 3 Jahre möchten (wobei das Verhütungsmittel jederzeit wieder entfernt werden kann)
    • Östrogene nicht vertragen

    Risiken/Nachteile 
    • Regelmäßige Kontrollen beim Gynäkologen
    • Veränderung der Periode (kann unregelmäßig werden, ganz ausbleiben oder stärker werden
    • Die Verhütung kann nicht spontan und selber aufgehoben werden
    • In Kombination mit Rauchen steigt das Thromboserisiko
  • Hormon-/Verhütungspflaster
    Das Pflaster wird am ersten Tag der Menstruation auf eine saubere, trockene Hautstelle aufgeklebt (es eignen sich das Gesäß, der Bauch, Außenseite des Oberarmes, Oberkörper). 

    Gut aufgeklebt hält das Pflaster eine Woche; danach muss es ausgewechselt werden. Wichtig! immer andere Stellen suchen, nie zwei Pflaster tragen. 

    Wirkungsart
    Das Hormonpflaster enthält – wie die Kombinationspille – die Hormone Östrogen und Gestagen. Die durch die Haut abgegebenen Hormone verhindern den Eisprung sowie das Einnisten des Eis. Zusätzlich wird die Gebärmutter-Schleimhaut eingedickt, was das Eindringen der Samen verhindert.

    Sicherheit
    Wenn die Verhütungsmethode exakt eingehalten wird, ist die Sicherheit hoch 

    Vorteile
    Das Hormonpflaster gilt als sichere Verhütungsmethode und eignet sich auch für sportliche Frauen; die Haftung des Pflasters verträgt einiges. Sie eignet sich für Frauen, die die Pille nicht einnehmen wollen oder sie nicht vertragen. 

    Nachteile/Risiken 
    • Häufige Nebenwirkungen sind: unregelmäßige Blutungen, Kopfschmerzen, Brustspannen, Hautreaktionen lokal oder Übelkeit
    • Einige Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Thromboembolien hin; Rauchen sollte demnach sofort eingestellt werden
  • Sterilisation bei der Frau 
    Meistens wird die Durchtrennung der beiden Eileiter laparoskopisch gemacht, das heißt mittels Bauchspiegelung. Die gekappten Enden werden entweder mit Hitze verschmolzen oder mit einem Kunststoff-Titan-Clip verschlossen. 

    Vorteil/Zuverlässigkeit 
    Die Zuverlässigkeit der Sterilisationsmethode bei der Frau ist hoch. Der Eingriff hat weder auf die Hormonproduktion, also auf die Menstruation, noch auf das Lustempfinden der Frau einen negativen Einfluss. 

    Nachteil/Risiken 
    Es braucht eine Teil- oder Vollnarkose. Komplikationen wie Blutungen, Verletzungen innerer Organe oder Entzündungen sind selten. Der Vorgang ist reversibel, es gibt aber keine Erfolgsgarantie auf eine erneute Schwangerschaft. Dabei spielt sowohl das Alter der Frau eine große Rolle.  Weiterhin können in einem persönlichen Gespräch die Temperaturmessung und die Pille danach als Notfallmaßnahme besprochen werden.  

    Nach Abwägen der folgenden Faktoren wie 
    • Sicherheit
    • geplante Anwendungsdauer
    • Kosten
    • Praktikabilität
    • Nebenwirkungen / Kontraindikation

    finde ich, als Ihr Frauenarzt, mit Ihnen gemeinsam das optimale Verhütungsverfahren zum jetzigen Zeitpunkt.